Schokolade statt Sonne gegen Winterblues?
- Theresa Martinek

- 26. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Das Licht ist spärlich, die Sonne zeigt sich nur selten, das Thermometer steigt seit Wochen nicht mehr über den Nullpunkt hinaus und der Winter beginnt sich bereits endlos anzufühlen. Genau das ist auch die Jahreszeit des Heißhungers. Wenn der Lichtmangel spürbar wird und unsere Vitamin D Reserven immer weiter schrumpfen, lässt uns das eher und auch öfter zur Schokolade greifen. Aber warum ist das so? Hat das tatsächlich körperliche Ursachen oder ist es einfach ein Stück Trost nach dem wir uns sehnen? Kann Schokolade die Sonne in den Wintermonaten ersetzen? Die Antwort ist ein klares: JAIN. Das mag im ersten Moment unbefriedigend wirken, aber ich werde versuchen es in diesem Blog-Beitrag verständlich zu erklären und auch ein paar alternative Stimmungströster aufzeigen. Denn Schokolade ist bei weitem nicht der einzige Stimmungsaufheller auf unseren Tellern.
3 Gründe für Schokolade als "Sonnenersatz"
Wirkstoffe im Kakao - Kakao enthält die essentielle Aminosäure Tryptophan. Aminosäuren sind die Bausteine aller Proteine. Man unterteilt diese 20 verschiedenen Bausteine solche die essenziell, und solche die nicht essenziell sind. Essenzielle Aminosäuren können wir nicht selber herstellen und müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Tryptophan gehört zu der Gruppe der essenziellen Aminosäuren und ist die Vorstufe unseres Glückshormons Serotonin. Vor allem dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil kurbelt also unsere Produktion an Dopamin und Serotonin an und sorgt somit für Glücksgefühle. Da gerade in den dunklen Wintermonaten unsere Serotoninproduktion durch Sonnenlicht zu kurz kommt, kann Schokolade in den Wintermonaten somit tatsächlich als natürlicher Stimmungsaufheller fungieren.
Stressabbau durch Magnesium - Magnesium ist ein wahres Wundermittel gegen Stress. Unser Körper verbraucht in Stresssituationen deutlich mehr Magnesium als in Ruhe. Das bedeutet allgemein, dass eine ausreichende Versorgung uns dabei hilft Stress besser tolerieren zu können. Schokolade, besonders Sorten mit einem hohen Kakaoanteil über 85%, kann ebenso dazu beitragen unser Cortisonlevel (= Stresshormon) zu senken.
Aktivierung des Belohnungszentrums - durch die einzigartige Konsistenz von Schokolade, welche zu dem typischen Schmelzerlebnis führt, wird in unserem Gehirn das so genannte Belohnungszentrum aktiviert. Aber nicht nur das sorgt für eine gehörige Portion Glücksgefühle. Auch positive Assoziationen aus unserer Kindheit sorgen für emotionale Befriedigung. Unser Gehirn wird meistens von Klein auf darauf "trainiert" Schokolade gleichzusetzen mit positiven Erlebnissen, Trost oder Belohnung. Dies sorgt bis ins Erwachsenenalter für die entsprechende körperliche Reaktion.
3 Gründe warum das nicht nur zu schön klingt um wahr zu sein
Wirkstoffgehalt zu gering - auch wenn das alles stimmt, was ihr oben gelesen habt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man leider schnell, dass die enthaltenen Wirkstoffe in Schokolade eher in geringen Mengen vorliegen. Das lässt darauf schließen, dass der Hauptgrund warum Schokolade glücklich macht, immer noch psychologischer Natur ist. Was allerdings nicht bedeutet, dass er nicht trotzdem existiert.
Effekt ist nur kurzfristig - Ja, Schokolade macht uns glücklich. Aber leider nicht auf Dauer. Während uns die Sonne mit selbst hergestelltem Vitamin D versorgt, welches unsere Stimmung langfristig hebt und stabilisiert, ist der Glücksmoment den uns die Schokolade verschafft schnell wieder verflogen. Und die Produktion an Glückshormonen anzukurbeln gelingt der Sonne ebenfalls mit Leichtigkeit.
Hoher Kalorien- und Fettgehalt - Auch wenn Fett und Energie nicht generell euer Feind sind: zu viel schadet unserer Gesundheit. Darum sollte Schokolade nur in Maßen und nicht in Massen genossen werden. Und das fällt uns bekanntlich oft schwer, wenn die Tafel erst einmal geöffnet vor uns liegt.
Alternativen, die eine nähere Betrachtung wert sind
manche mögens scharf - Scharfe Gewürze wie Chili oder Ingwer helfen dabei unsere Endorphinausschüttung zu aktivieren. Schärfe wird von unserem Gehirn als Schmerz wahrgenommen, was als Ausgleich dazu führt, dass Glückshormone produziert werden.
Beeren gegen Stress - Beerenfrüchte wie Heidelbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren sind wunderbare Magnesiumlieferanten. Magnesium senkt Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin. Das hilft uns, wie bereits weiter oben erwähnt, gelassener zu reagieren und sorgt für eine bessere Stimmung. Da Beeren bekanntlich nicht im Winter wachsen sind tiefgekühlte Früchte eine wunderbare Möglichkeit auch in den kalten Monaten nicht auf Beeren im Frühstücksmüsli verzichten zu müssen.
Fisch oder Fischöl- bzw. Algenöl-Kapseln - die wertvollen Omega 3 Fettsäuren fördern nicht nur die Herz-Kreislaufgesundheit, sondern helfen sogar Depressionen zu lindern. Wenn ich also im Winter vermehrt mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen habe, kann ein regelmäßiger Fischkonsum (1-2x pro Woche), oder die Einnahme von Fischöl oder Algenöl Abhilfe schaffen.
Fazit
Auch wenn Schokolade kein adäquater Ersatz für Sonne und eine gesunde Ernährung ist: wenn wir in dieser dunklen Jahreszeit und in der "Nebelsuppe" in der wir bereits seit Wochen versinken mal einen kurzen Glücks-Boost brauchen, ist Schokolade immer noch das schnellste und beste Mittel um dieses Ziel zu erreichen. Solange wir nicht übertreiben. Und für die Zeit dazwischen haben wir jetzt auch einige Alternativen, die dafür sorgen, dass wir es schaffen die Zeit bis zum Frühling gut zu überstehen.




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